Zsofia Nagy und Kayra Sen sind neue mini-Bundessieger
Hannover-Misburg. Die neuen Bundessieger der mini-Meisterschaften heißen Zsofia Nagy und Kayra Sen. In Aufsehen erregenden Matches gewannen sie ihre Endspiele beim Bundesfinale der mini-Meisterschaften im niedersächsischen Misburg.
„Sie hat Nerven wie Drahtseile“, sagt Trainer Klaus Volkert über die zehnjährige Zsofia Nagy. Er ist Funktionär beim FC Langenburg und beim Bundesfinale gleich mit zwei jungen Schlägerassen am Start. Die Nervenstärke kam Zsofia auch in Misburg zugute: Sie ging im Finale gegen Raysa-Maria Andrei mit 2:0 in Führung, dann schlug die hessische Konkurrentin aber zurück und glich sogar auf 2:2 aus. Im Endscheidungssatz dann die Erlösung: Zsofia gewinnt und setzt sich damit die Krone beim Bundesfinale auf. „Ich war sehr nervös, aber selbstsicher“, analysiert die Titelträgerin im Anschluss ihr eigenes Spiel. Sie wolle den Sieg als Ansporn nehmen und weiter kämpfen. „Ich werde nicht aufgeben“, sagt sie. Auch Vater Barnabas ist mächtig stolz auf seine Tochter: „Ich finde gar keine Worte“, sagt er.
Kayran Sen aus Witten gewinnt bei den Jungs
Bei den Jungs hat sich Kayra Sen durchgesetzt. Er musste gegen Arian Bengel aus der Hauptstadt Berlin ran. Auch dieses Spiel zog die Blicke der Zuschauerinnen und Zuschauer auf sich, denn Bengel ging im ersten Satz klar mit 11:2 in Führung. „Im ersten Satz habe ich gedacht, dass ich gar keine Chance habe“, erklärt Sen. Dann drehte der Wittener aber auf: Er stellte sein Spiel um, gewann die nächsten drei Sätze und bringt nun die Krone in den WTTV. Sein Geheimnis war die Spielstrategie. „Ich habe gemerkt, dass ich Topspin auf Unterschnitt spielen muss“, so der Zehnjährige.
Der Weg ins Finale hatte Kayra Sen über Alexandru Mitrache aus Bayern geführt. Das Spiel entwickelte sich zur Fünf-Satz-Schlacht, Sen behielt knapp die Oberhand. „Er ist ein wirklich guter Abwehrspieler“, so Sen nach dem Spiel. Zsofia Nagy hatte im Halbfinale gegen Ronja Jasmin Wilk rangemusst, die in Hannover ein Heimspiel hatte.
Erfolgreiche Breitensportveranstaltung
Das Bild der beiden strahlenden Sieger Zsofia und Kayra rundet ein erfolgreiches Bild in Misburg ab. 36 Kinder aus ganz Deutschland waren in die niedersächsische Landeshauptstadt gekommen, um die besten „minis“ zu ermitteln. Die Breitensportveranstaltung bringt jedes Jahr viele Kinder und Jugendliche zum Tischtennis, weit über eine Millionen Spielerinnen und Spieler haben in den 43 Jahrgängen zum Schläger gegriffen.
Natürlich standen in Misburg nicht nur die Siegerinnen und Sieger im Fokus. Das Bundesfinale ist traditionell ein Fest für die ganze Familie. Heiß erwartet ist in jedem Jahr auch der Schaukampf von zwei Profis. In diesem Jahr sind extra die Para-Athletin Marlene Reeg und das Grenzauer TTBL-Aass Martin Allegro nach Hannover gereist. Reeg freut sich, hier die besten minis der Republik spielen zu sehen. „Ich bin überrascht vom Niveau“, sagt die mehrfache Deutsche Meisterin. Sie sieht die mini-Meisterschaften als wichtige Aktion zur Nachwuchsförderung an. Auch Belgier Martin Allegro begrüßt das Konzept: „Ich halte das für eine coole Veranstaltung. Bei uns in Belgien gibt es das nicht“, erklärt er.
Ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt
Reeg und Allegro absolvierten nicht nur einen Schaukampf, sie luden auch die Spielerinnen und Spieler zu einer Partie ein – eine besondere Gelegenheit für die minis. Den Familien bleibt die Erinnerung an ein abwechslungsreiches Wochenende, das sicherlich den Weg für die ein oder anderer Tischtenniskarriere gelegt hat. Auch Erwin Daniel, Ressortleiter Breitensport beim DTTB, blickt gerne auf das Misburger Finale zurück: „Das war ein tolles Wochenende, das durch die Siegerehrung nochmal besonders schön abgerundet wurde“, erklärt er.
